Institut für methodische Schießlehre
Sicherheit - Grundlagen - Waffen
Blogartikel
Der Markt ist voll von Angeboten für den Jagdscheinhaber und das ist auch gut so.
Schießkurse, Trainings, Workshops, Einweisungen, Fortbildungen - vieles klingt erst einmal professionell.
Das Problem ist nur: Nicht überall, wo Ausbildung draufsteht, ist auch wirklich Ausbildung drin. Es gibt einen Unterschied zwischen Ausbildung und Training oder Workshops.
Viele Teilnehmer, speziell am Anfang ihrer neuen Leidenschaft, können die Qualität eines Angebots nur schwer einschätzen. Das ist verständlich. Wer selbst noch kein klares methodisches Bild hat, erkennt oft nicht sofort, ob eine Ausbildung Substanz hat oder vor allem gut verpackt ist.
Deshalb lohnt sich die Frage: Woran erkennt man eigentlich gute Schießausbildung?
Eine gute Ausbildung ist nicht einfach eine Ansammlung von Übungen, sie verfolgt ein klares Ziel und das mit einer klaren Struktur: Fähigkeiten systematisch aufzubauen und wiederholbar zu machen.
Das bedeutet:
Wenn eine Ausbildung dagegen vor allem aus Aktion, Abwechslung und Eindrücken besteht, aber kein klarer roter Faden erkennbar ist, ist Vorsicht angebracht.
Ein belastbares Schießsystem entsteht nicht durch Show und nicht durch künstliche Komplexität.
Es entsteht durch saubere Grundlagen und eine gute Ausbildung arbeitet deshalb zuerst an den Elementen, die wirklich tragen:
Wer diese Basis ignoriert und stattdessen früh mit spektakulären Drills oder taktischer Kulisse arbeitet, baut auf Sand.
Methodik bedeutet, dass der Weg zum Ziel bewusst gestaltet wird.
Das zeigt sich zum Beispiel daran, dass:
Schlechte Ausbildung ist oft das Gegenteil davon: viel Input, viel Bewegung, viele Kommandos, aber wenig echtes Lernen. Im Kontext von Schiessausbildungen - speziell bei Kurzwaffenausbildung - erkennt man das auch häufig u.a. an hohen Munitionsansätzen.
Ein Teilnehmer sollte nach einer guten Ausbildung nicht nur etwas besser können, sondern auch besser verstehen.
Er sollte zum Beispiel erklären können:
Wenn ein Teilnehmer nach einem Kurs zwar beeindruckt ist, aber nicht benennen kann, was er konkret gelernt hat und wie er es künftig selbst weiterentwickeln soll, war der didaktische Ertrag meist begrenzt.
Sicherheit ist kein Begleittext und keine Formalität. Sie ist der Rahmen, in dem alles andere überhaupt erst sinnvoll stattfinden kann.
Gute Schießausbildung zeigt sich deshalb auch darin, dass Sicherheitsstandards:
Nicht als Show, nicht als panische Überregulierung, sondern als ruhiger, professioneller Standard.
Unscharfe Sicherheit, nachlässige Abläufe oder wechselnde Maßstäbe sind ein klares Warnzeichen.
Schlechte Ausbildung erkennt man oft daran, dass sie sich mehr um die Selbstdarstellung des Ausbilders dreht als um den Fortschritt der Teilnehmer.
Dann geht es vor allem um:
Das kann beeindrucken, aber beeindrucken ist nicht ausbilden.
Gute Ausbildung ist nicht dazu da, den Ausbilder groß wirken zu lassen. Sie ist dazu da, den Teilnehmer besser zu machen und das sollte das einzige Ziel sein.
Gute Ausbildung kann und soll fordern. Überfordern darf sie hingegen nicht sinnlos.
Es geht nicht darum, Teilnehmer möglichst schnell unter Druck zu setzen, sondern darum, sie Schritt für Schritt belastbarer zu machen.
Ein guter Ausbilder erkennt daher, was gerade sinnvoll ist. Er dosiert Anforderungen so, dass Entwicklung möglich wird. Zu frühe Härte, künstlicher Druck oder unnötige Komplexität sind oft kein Zeichen von Professionalität, sondern von schwacher Didaktik.
Schlechte (Schiess-)Ausbildung erkennt man häufig an einer Kombination aus folgenden Punkten:
Nicht jeder einzelne Punkt allein disqualifiziert ein Angebot, aber wenn sich mehrere davon häufen, sollte man genau hinschauen.
Gute Schießausbildung ist nicht die lauteste, spektakulärste oder härteste Ausbildung. Sie ist einfach die, die funktioniert.
Sie schafft Klarheit, Struktur, Sicherheit und belastbare Fähigkeiten.
Sie macht Fortschritt nachvollziehbar und sie hilft dem Teilnehmer, nicht nur heute besser zu schießen, sondern sich auch künftig gezielt weiterzuentwickeln.
Schlechte Ausbildung kann dennoch unterhaltsam sein - es wird in Fachkreisen dann von "Entertrainment" gesprochen. Der Unterschied zu guter Ausbildung ist ganz einfach: das eine unterhält, sorgt für ein gutes Gefühl. Gute Ausbildung verändert Können, nachhaltig und genau das ist am Ende der Unterschied.
Ewiger Schüler zu bleiben und der Willen sich einzugestehen, dass man nie ausgelernt hat und immer besser werden kann, erleichtern uns diesen Weg.
Deswegen: Mehr Klarheit, mehr Methode, weniger Halbwissen.
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ÜBER DEN AUTOR

Christian Bender
Christian Bender ist Experte für Resilienztraining und stressresistente Waffenhandhabung. Er ist seit 1994 Jagdscheininhaber, zertifizierter Schiessausbilder und u.a. Mitglied der "International Association of Law Enforcement Firearms Instructors" IALEFI. Christian Bender hat bereits zahlreiche Fachartikel und Vorträge zu den Themen Waffenhandhabung, Schiesstechnik, Ballistik und vielen anderen, relevanten Themengebieten verfasst, in denen er sein Wissen und seine Expertise geteilt hat.
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